Gewaltpräventionskurs an der GS Marktleuthen

"Es gibt einen bösen Mann, der die Kinder anspricht und sie weglocken und mitnehmen will", erklärt Klaus Gerlach den Kindern der Grundschule in Marktleuthen. Und diese hören gebannt zu. Sie vermuten eigentlich, dass dieser Mann vollkommen schwarz gekleidet ist. Doch Herr Gerlach erklärt ihnen, dass das so nicht unbedingt stimmt. Und aus diesem Grund - weil eben Leute nicht immer gefährlich aussehen, es aber durchaus sein können, hält er den Kurs für Selbstverteidigung und Selbstbehauptung an der Marktleuthener Grundschule. Jetzt für die erste, dritte und vierte Klasse, im Frühjahr dann für die zweite Klasse.

Klaus Gerlach, Trainer der Wing-Tsun-Schule Oberfranken, erzählt den Kinden von einem guten Bekannten, der spielende Kinder weglocken will. Der sonst so freundliche Mann verwandelt sich innerlich - und schon sind die Mädels und Jungs beim "Bauchgefühl" angelangt: leichte Federn zeigen gefühlsmäßig etwas Gutes an, schwere Steine eher das Gegenteil.

 

Ziel diese Kurses soll es sein, Kinder über gefährliche Situationen aufzuklären und ihnen dabei auch zu zeigen, wie man sich am Besten im Notfall verhalten soll.

Z.B. wenn Kinder von Fremden angesprochen werden. Dieses heikle Thema bereitet Klaus Gerlach durch Erzählungen, Übungen und Rollsenspiele sehr kingerecht auf. Immer und immer wieder üben die Kinder ihr Verhalten. Die Hände gehen in Abwehrhaltung, die Füße haben einen sicheren Stand. "Wenn ihr einmal angesprochen werdet, lauft entweder in ein Geschäft und bittet um Hilfe, oder geht gezielt auf jemanden zu und schreit laut:"Bitte helfen Sie mir!" Klaus Gerlach gibt auch den Tipp, lieber "Feuer" statt "Hilfe" zu rufen, denn darauf reagieren die Leute eher. Auch der Gesichtsausdruck sollte ernst sein, so vermittelt Klaus Gerlach das den Kindern. Dies ist manchmal noch etwas schwer - doch das laute Schreiben "Nein!" oder "Ich will das nicht!" oder "Lassen Sie mich los!" - funktioniert wunderbar.

 

Die gefährliche Situation mit dem Schulranzen ist bei den Kindern hängen geblieben. Kinder sollen nämlich sofort aus dem Ranzen schlüpfen, wenn eine Person versucht, durch Festhalten des Ranzens auch das Kind zu greifen. Zuerst waren die Schüler entsetzt, dass ja dann der Schulranzen kaputt sei, doch nachdem Herr Gerlach erklärt hat, dass dieser leicht zu ersetzen ist, leuchtete das den Kindern ein.

 

Auch jene Situation wurde angesprochen, wenn Kinder vom offenen Fenster eines Autos aus angeprochen werden: Als es darum ging Versuchskaninchen zu sein, schnellten die Finger hoch, und alle wollten  sich  vor das Autofenster stellen. Der Reihe nach wurde durchprobiert, viele Kinder stellten sich richtig, nämlich auf die Höhe des Vorderreifens. Dies hat folgenden Sinn: Öffnet der Fahrer die Tür, dient diese zunächst als Barriere und würde den Kindern im Ernstfall helfen, schnell zu fliehen.

 

Das Projekt zur Gewaltprävention wird je zur Häfte vom Elternbeirat und dem Förderverein der Grundschule Marktleuthen finanziert. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich.

Im Frühjahr bietet Herr Gerlach dazu auch eine Elternfortbildung an.

 

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© Colette Silbermann 2018

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